Bildung für alle als Mittel gegen Kinderarbeit

Agenda 2030 | 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung:

Der Internationale Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni macht auf die missliche Lage vieler Kinder aufmerksam. Vielerorts fehlt es an Nahrung, Kleidung oder finanziellen Mitteln für den Schulbesuch. Die Folge: Kinder müssen arbeiten gehen, um zu helfen, das Einkommen der Familie abzusichern. Vor allem in drei Weltregionen ist dieses Problem allgegenwärtig.

Waren im Jahr 2000 weltweit noch knapp 250 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen, lag dieser Wert im Jahr 2016 bei circa 150 Millionen. Dies geht aus einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des Kinderhilfswerks UNICEF hervor. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war ein Abkommen der ILO aus dem Jahr 1999, das die knapp 200 Mitgliedsstaaten dazu verpflichtete, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit zu verbieten und vorbeugende Maßnahmen wie zum Beispiel Aufklärungskampagnen zu initiieren.

Die erzielten Fortschritte sind allerdings in Gefahr: in den zurückliegenden Jahren ist die Zahl der arbeitenden Kinder wieder gestiegen – Schätzungen von ILO und UNICEF von 2023 zufolge auf 160 Millionen Mädchen und Jungen. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2025 Kinderarbeit komplett zu beseitigen, rückt damit in weite Ferne.

Armut treibt viele Mädchen und Jungen in die Kinderarbeit

Zwar gibt es in vielen Ländern bereits Gesetze gegen Kinderarbeit, doch nicht überall werden diese so konsequent umgesetzt wie zum Beispiel in Europa, wo die Erwerbstätigkeit von Kindern und Jugendlichen bis auf wenige Ausnahmen verboten ist. So schützt die EU-Kinderrechtsstrategie Mädchen und Jungen vor wirtschaftlicher Ausbeutung und schwerer körperlicher Arbeit. Auf manch anderen Kontinenten hingegen sieht die Realität anders aus.

Doch warum müssen Kinder in einigen Erdteilen überhaupt arbeiten? Häufig handelt es sich dabei um ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren – angefangen bei Armut und fehlender Bildung. Viele Familien leiden unter massiven Existenzsorgen. Dadurch fehlen Eltern schlicht die finanziellen Mittel, um ihren Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen oder Schulbücher und andere Unterrichtsmaterialien zu besorgen.

Konflikte und Naturkatastrophen verschärfen die Nöte von Familien

Mehr noch: Um das Einkommen für den Grundbedarf an Nahrung und Kleidung zu sichern, ist ein Großteil der Familien auf die Unterstützung ihrer Kinder angewiesen. Diese Voraussetzungen sorgen dafür, dass Mädchen und Jungen oftmals nichts anderes übrig bleibt, als Geld zu verdienen und damit zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Verschärft wurde diese Notlage zudem vielerorts durch Krisen, politische Konflikte, Hungersnöte, Umweltkatastrophen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie. 

Insbesondere in südlich der Sahara gelegenen Ländern Afrikas sowie in Asien und im Pazifikraum ist Kinderarbeit weit verbreitet. Dort müssen zusammengerechnet mehr als 120 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten. Damit entfallen mehr als drei Viertel der weltweit von Kinderarbeit betroffenen Mädchen und Jungen auf diese drei Regionen der Erde. Häufig helfen Kinder dort in der Landwirtschaft auf Feldern und Plantagen oder arbeiten in Industriefabriken.
 

Bildung ebnet den Weg raus aus Armut und Kinderarbeit

Um Kinderarbeit auf dem gesamten Globus ein Ende zu setzen, fordert die ILO, die Probleme von Grund auf zu bekämpfen. Oberste Priorität hat demnach der Zugang zu Bildung. Nur wenn Kinder zur Schule gehen können, können sie sich auch grundlegendes Wissen für eine Ausbildung oder einen Job aneignen und so den Weg aus der Armut in eine bessere Zukunft finden. Die ILO nimmt dabei vor allem Regierungen in die Pflicht. Ziel muss sein, dass Familien über Sozialsysteme so abgesichert sind, dass ihre Existenz nicht gefährdet ist und die Kinder trotz wirtschaftlicher Nöte weiterhin den Unterricht besuchen können.

Darüber hinaus stehen laut UNICEF Unternehmen in der Verantwortung, Kinderrechte zu schützen und ihre Lieferketten so aufzubauen, dass sie Kinderarbeit ausschließen. In Deutschland gilt beispielsweise seit Anfang 2023 das Lieferkettengesetz. Deutsche Unternehmen sind demnach verpflichtet, sicherzustellen, dass für Produkte, Rohstoffe oder andere Komponenten von ausländischen Zuliefernden keine Kinder ausgebeutet wurden. Bei Verstößen gegen das Gesetz kann das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hohe sechsstellige Geldstrafen aussprechen. Menschenrechtsorganisationen gehen die neuen Vorschriften allerdings nicht weit genug, da zu viele Schlupflöcher existieren und die Kontrollen nur schwer umsetzbar sind.

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Schuften statt Schule: Kinderarbeit steigt weltweit wegen Corona | DER SPIEGEL

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